Michldorf

Die Geschichte der Pfarrei Michldorf

Michldorf gehört zu den ältesten Pfarreien der Oberpfalz und ist die älteste Pfarrei des ehemaligen Altlandkreises Vohenstrauß.

Ein besonders bedeutendes Datum ist der 17. Mai 1124: An diesem Tag weihte der Heilige Otto, Bischof von Bamberg, auf seiner Missionsreise nach Pommern eine Kirche in Michldorf. Die Entstehung der Pfarrei steht im Zusammenhang mit der Besiedlung und Christianisierung der nördlichen Oberpfalz. Von den alten Urpfarreien Perschen und Chammünster aus wurde das Gebiet erschlossen. Später entwickelte sich Luhe, erstmals um 900 erwähnt, zu einer großen Pfarrei, von der aus vermutlich auch Michldorf betreut wurde. Eng verbunden ist die Geschichte Michldorfs mit den Leuchtenbergern. Die Burg bildete vermutlich den Mittelpunkt des neu besiedelten Gebietes. Mit der zunehmenden Besiedlung entstanden auch Kirchen, wobei sich Michldorf vermutlich aus einer Filialkirche der Pfarrei Luhe zu einer eigenständigen Pfarrei entwickelte.

Über ihre frühe Geschichte ist jedoch wenig bekannt, da das älteste Pfarreienverzeichnis des Bistums Regensburg erst von 1326 stammt. Im Mittelalter entwickelte sich Michldorf zur größten Pfarrei der ehemaligen Landgrafschaft Leuchtenberg. Zu ihr gehörten unter anderem Leuchtenberg, Irchenrieth, Deindorf, Schwarzberg, Lückenrieth und Muglhof. Nach und nach wurden diese Orte selbstständigen Pfarreien zugeteilt: 1671 wurde Leuchtenberg eigenständig, 1692 kam Muglhof zu Roggenstein.

Zur Pfarrei Michldorf gehören heute Michldorf, Irchenrieth, Engleshof, Matzlesberg, Kleinpoppenhof, Schmelzmühle, Hermannsberg, Zeissau und Gleitsmühle. Die Pfarrei zählt rund 1.300 katholische Gläubige.

Beim Betreten der Kirche eröffnet sich dem Betrachter eine in sich harmonisches Gesamtbild der drei Altäre zusammen mit der an der Decke hängenden Rosenkranzmadonna und den übrigen Ausstattungs-gegenständen. Auf dem Gemälde des Hauptaltars (ca.1730) ist der Kirchenpatron St. Ulrich (923 bis 973 Bischof von Augsburg) dargestellt. Im rechten Seitenaltar zeigt das Bild die heilige Anna, wie sie Maria das Lesen lehrt. Der linke Seitenaltar ist, wie in vielen Kirchen, der Marienaltar mit dem Bild der Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Arm. Erwähnenswert ist der aus dem 18. Jahrhundert, im Kern barocke und gut erhaltene Pfarrhof von Michldorf. Das beeindruckende böhmische Gewölbe im umfunktionierten Stall, die urige Holzdecke in der großen Wohnstube und die großzügigen Räumlichkeiten machen das Gebäude zu etwas ganz Besonderem. Das im großzügigen Pfarrgarten befindliche Gebäude wartet seit ca. einem Jahr auf seine neue Bestimmung.

Die Pfarrei würde sich freuen, wenn sich Interessenten für eine sinnvolle und ganzheitliche Nutzung für die Zukunft finden würden. Bitte bei Interesse oder Ideen für eine passende Nutzung an das Pfarrbüro Leuchtenberg per Telefon oder Mail wenden.